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Streifenlos schön - was tun gegen Dehnungsstreifen?

Schwangere fürchten sie und Sportler setzen sich erst damit auseinander, wenn sie schon da sind: Dehnungsstreifen. Störende rote Hautrisse, die jeder vermeiden will – denn sie bleiben meist ein Leben lang. Gibt es ein Mittel, das Dehnungsstreifen erst gar nicht entstehen lässt?

© blackday - stock.adobe.com
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Selbst Kinder kennen Dehnungsstreifen schon: Circa 70% der Mädchen und 40% der Jungen sind davon betroffen. Am häufigsten kennen wir sie von Schwangeren und Müttern – und von Bodybuildern. Es kann aber jeder betroffen sein: Männer, Frauen, Jugendliche, Kinder, Senioren und zwar nicht nur Übergewichtige. 

Wie schnell wir Dehnungsstreifen bekommen, liegt an der Qualität unserer (Unter-)Haut und und die bekommt man schon in die Wiege gelegt. Ist das Bindegewebe schwach, reißt es auch leicht.

 

Zu starke Dehnung

Zwar ist unsere Haut aufgrund eines Netzes aus Kollagenen und Fasern sehr elastisch, doch irgendwann kann auch sie bei zu extremen und schnellen Dehnungen nicht mehr standhalten. Die Bindegewebsfasern in der Lederhaut reißen und die Haut reagiert aufgrund von durchscheinenden Blutgefäßen mit bläulich-roten, leicht juckenden Streifen, die der Arzt „striae cutis distensae“ nennt. Dehnungsstreifen treten meist zu mehreren auf, sind unregelmäßig und manchmal leicht vertieft. Haare sowie Talg- und Schweißdrüsen weisen sie nicht auf. Die am häufigsten betroffenen Stellen sind Bauch, Po, Oberschenkel, Hüfte, der Lendenwirbel-Bereich und die Brust – also überall, wo viel Bindegewebe vorhanden ist.

 


Die am häufigsten betroffenen Stellen sind Bauch, Brust, Po und Oberschenkel.


 

Der Grund für starke Dehnungen können z.B. Hormonschübe, wie in der Pubertät und der Schwangerschaft, plötzliches Wachstum, aber auch Gewichtsschwankungen sein. Manchmal sind Kortison-Behandlungen der Auslöser. Gefährlich für unsere Gesundheit sind sie nicht, aber optisch gesehen ein Makel und meist nicht mehr rückgängig zu machen. Es handelt sich um eine Narbe, die sich wie ein ausgeleiertes Gummiband nicht mehr zu seiner alten Form zurückbilden kann. Am Anfang sind die Streifen noch relativ dunkel. Mit der Zeit werden sie heller und fallen nicht mehr so extrem auf. Damit sie gar nicht erst entstehen, gibt es hier einige Tipps.

 

Nein zu schnellem Muskelaufbau

Regelmäßiges Krafttraining festigt zwar das Gewebe und erhöht die Elastizität der Haut, doch wenn es zu intensiv betrieben wird, kann es zu Rissen kommen. Daher sollte man es beim Muskeltraining nicht übertreiben, sondern es eher langsam angehen. Statt einen schnellen, starken Muskelaufbau zu provozieren, die eingesetzten Gewichte besser in kleinen Stufen erhöhen, so dass sich die Haut an den größeren Umfang durch mehr Muskelmasse gewöhnen kann. 

Frauen sollten bei ihrem Workout zudem immer einen Sport-BH tragen, um die Brüste an ihrem Platz zu halten und das Reißen des Gewebes durch Bewegung zu verhindern. Unter der Voraussetzung dass man diese Punkte beachtet, ist das Training eines der besten Mittel gegen die roten Streifen. Werdende Mütter können während ihrer Schwangerschaft ruhig weiterhin trainieren – natürlich nur so insoweit, wie es der Bauch und das Wohl des Kindes und der werdenden Mutter zulassen.

 


Nein zu Crash-Diäten! Starke Gewichtsschwankungen begünstigen die Bildung von Dehnungsstreifen!


 

Essen für die Haut

Um die Erfolge durch das Training noch weiter zu unterstützen, ist eine gesunde Ernährung ein ausschlaggebender Faktor. Es gibt Lebensmittel, die für ein elastisches Bindegewebe sorgen und beschädigtes Gewebe regenerieren und stärken können. Vitamin C, z.B. in Acerolakirschen, Beeren, Kiwi, Zitrusfrüchten, Fenchel, Paprika und Broccoli sowie pflanzliche Proteine, wie sie vor allem in Soja, Bohnen, Linsen, Erbsen oder Hirse vorkommen, sollten täglich auf dem Plan stehen. 

Zwar enthalten Fleisch- und Milchwaren noch mehr Eiweiß. Das Problem ist jedoch, dass sie zu den sauren Lebensmitteln gehören und eine Übersäuerung des Körpers die Entstehung von Dehnungsstreifen begünstigen kann. Falls man doch öfter darauf zurückgreift, sollte man unbedingt darauf achten, zum Ausgleich genügend Basisches zu sich zu nehmen, also z.B. reifes Obst und Gemüse oder Basentees.

Genügend Flüssigkeit ist ohnehin immens wichtig, denn ausgetrocknetes Gewebe reißt schneller als gut versorgtes. 2,5 Liter Flüssigkeit sollte man sich und seinem Bindegewebe pro Tag schon gönnen – und zwar in Form von Wasser oder ungesüßten Tees. Alkohol gilt es zu umgehen. Ebenso jegliche Arten von extremen Diäten, die am Ende nur den Jojo-Effekt nach sich ziehen. Diät bedingte Gewichtsschwankungen müssen unbedingt vermieden werden. Daher lautet hier die einzig richtige Empfehlung: dauerhafte Ernährungsumstellung statt Crash-Diäten.

 


Fördere Deine Durchblutung durch tägliche Massagen mit einem Luffa-Handschuh oder Noppenball.


 

Dranbleiben lohnt

Eine spezielle Behandlung der Haut ist zudem empfehlenswert. Um vorzusorgen, bereits bestehende Dehnungsstreifen zu behandeln oder sie so gut wie möglich aufzuhalten, muss man seine Durchblutung anregen. Das führt zu einer verbesserten Nährstoffversorgung und sagt Dehnungsstreifen den Kampf an. Wechselduschen sind hierfür die bekannteste Möglichkeit, wobei kaltes Wasser immer den Abschluss des Warm-Kalt-Rhythmus darstellen sollte. 

Andererseits kann man sich auch einen Noppenball besorgen. Durch den mechanischen Reiz der Massage mit dem Noppenball wird ebenfalls die Durchblutung gefördert. Um Ergebnisse wahrnehmen zu können, muss man jedoch Kontinuität walten lassen, d.h. die betroffenen Stellen jeden Morgen und Abend jeweils fünf Minuten massieren. Gleiches gilt für eine mögliche Zupfmassage - hier nimmt man die Haut zwischen Daumen und Zeigefinger und hebt sie hoch - oder eine Massage mit einem rauen Luffa-Handschuh bzw. mit einer Bürste aus Naturborsten.

 

Öle selbst herstellen

Kombiniert man diese „Therapien“ noch mit durchblutungsfördernden Ölen und Cremes auf der Basis von hochwertigen Ölen wie Mandel-, Kokos- oder Sesamöl, kann man das Erscheinungsbild der Haut weiter verbessern. Vitamin-A-Säure in Cremes oder oral eingenommen (jedoch nicht während der Schwangerschaft und Stillzeit), Glykolsäure-Peelings sowie eine Mischung aus Efeu-, Frauenmantel- und Schachtelhalmauszügen als Creme haben sich bewährt. Apotheken bieten eine Auswahl an guten Produkten an. Man kann sich aber auch selbst eine wirksame Pflege herstellen. Hierzu einige Beispiele:

  • 50ml Mandel-, Sesam- oder Kokosöl mit je fünf Tropfen ätherischem Lavendel-, Orangen- und Zitronenöl vermischen.
  • 50ml Träger-Öl mit je fünf Tropfen Kamillen- und Lavendelöl vermengen.
  • Ringelblumenöl mit fünf Teilen Weizenkeimöl mixen.
  • 100g Kakaobutter mit 12 Tropfen Vitamin E-Öl und je einem Teelöffel Olivenöl und Bienenwachs erwärmen und verrühren.

Die letzte Variante kann gut in Schraubgläser abgefüllt und im Kühlschrank aufbewahrt werden. Zur Verwendung einfach eine kleine Menge leicht erwärmen und die betroffenen Stellen damit massieren. Statt eines Öls eignet sich auch Obstessig. Hierfür einen Esslöffel Essig mit einem halben Liter kaltem Wasser mischen, einen Waschlappen tränken und die gedehnte Haut damit abreiben. 

Das Naturheilverfahren mit „Schüssler Salzen“ darf bei unserer Aufzählung ebenfalls nicht fehlen. Entweder man wählt eine innerliche Anwendung mit dem Schüssler Salz Nr. 1 Calcium fluoratum und Nr. 11 Silicea oder entscheidet sich abermals für eine Salbe. Je eine erbsengroße Menge der Cremes mit Nr. 1 und 11 vermengt, können zur Pflege verwendet werden. 

 

Profi-Behandlung

Stört man sich auch noch nach Jahren zu sehr an den Streifen, sollte man sich Unterstützung bei Fachärzten holen. Sie bieten unter anderem die Lasertherapie an, bei der die Dehnungsstreifen nach pigmentiert werden. Die Narbe ist dann zwar noch vorhanden, doch weniger auffällig, denn sie nimmt wieder die normale Hautfarbe an. 

Ein anderes Verfahren stellt die sogenannte Dermabrasion dar - eine Art Abschleifen der Haut. Das gerissene Gewebe spannt sich und gleicht sich der umliegenden Haut wieder an. Derartige Behandlungen sind jedoch sehr teuer. Eine gute Beratung ist hier unerlässlich und zu vielversprechende Aussagen sollten mit Vorsicht genossen werden. Denn - und das steht fest - verschwinden können Dehnungsstreifen nie zu 100 Prozent. 

 

„Liebe deine Linien“

Resignieren braucht man aber nicht, denn es handelt sich nur um einen Schönheitsmakel, der anderen teilweise nicht mal auffällt. Eine gute Möglichkeit, besser damit klar zu kommen, ist, die Streifen mit positiven Erinnerungen zu belegen: „Da bin ich gewachsen“, „Damals war ich auf einmal nicht mehr dick“, „Die Schwangerschaft war die schönste Zeit meines Lebens“ etc. 

Eine Kampagne mit dem Motto „Love your lines“ bringt dies hervorragend zum Ausdruck. Diese Kampagne haben zwei Mütter aus den USA, denen die negativen Gespräche über die Veränderungen ihres Körpers nach der Geburt zu viel wurden, ins Leben gerufen. Sie gründeten den Instagram-Account "Love your lines" und veröffentlichten Bilder von sich und ihren Schwangerschaftsstreifen. Gleichzeitig forderten sie Gleichgesinnte auf, zu sich und ihren Dehnungsstreifen zu stehen. 

 

Fazit

Je früher Du damit beginnst, Dehnungsstreifen entgegenzuwirken, desto größer sind die Chancen auf Erfolg. Training ist hervorragend geeignet, doch nur wenn Du es beim Muskelaufbau nicht übertreibst. Ein zu schnelles Wachsen der Muskeln kann zum Reißen der Haut führen. Mit einer gesunden Ernährung mit viel Vitamin C und pflanzlichen Eiweißen unterstützt Du Dein Bindegewebe und tägliche Massagen sorgen für den letzten Schliff. Damit ist immer nur eine Besserung, jedoch keine vollständige Heilung möglich. Hole jedoch das Beste heraus und wenn doch noch einige Streifen zu sehen sind: Stehe dazu! 

 

 

10 Tipps gegen Dehnungsstreifen

  1. Bewege Dich regelmäßig – das festigt das Gewebe und erhöht die
    Elastizität der Haut.
  2. Bei Frauen gilt: Trage beim Sport immer einen stützenden Sport-BH.
  3. Ernähre Dich gesund, vor allem reich an Vitamin C und pflanzlichem Eiweiß.
  4. Esse viele basische Lebensmittel wie Obst und Gemüse und weniger tierische Produkte – die sind sauer und begünstigen Dehnungsstreifen.
  5. Verzichte auf Crash-Diäten! Gewichtsschwankungen können Dehnungsstreifen verursachen.
  6. Trinke viel Wasser, denn Haut, die gut mit Feuchtigkeit versorgt ist,
    reißt nicht so schnell.
  7. Nutze die Kraft von Cremes und Ölen: ein Mix aus Efeu-,
    Frauenmantel- und Schachtelhalmauszügen hat sich besonders bewährt.
  8. Massiere betroffene Hautstellen täglich: Zupf-, Noppenball- und Luffa-Handschuh-Massagen eignen sich hervorragend.
  9. Rege Deine Durchblutung mit Wechselduschen an.
  10. Beginne schon frühzeitig mit der Vorbeugung und Behandlung:
    Je eher Du damit anfängst, desto besser ist das Ergebnis.