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Fit durch Schlaf

Welche Auswirkungen hat Schlaf auf unsere Gesundheit? Und wie schlafen wir richtig? Hier erfährst Du es.

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Fit sind nur die Ausgeschlafenen
Zu den wichtigsten Säulen eines gesunden, modernen Lebensstils zählt neben aktivem körperlichen Training und gesunder Ernährung auch die ausreichende Entspannung. Denn zur Leistung gehört die Erholung – zur Anspannung die Entspannung. 

Die tragende Säule wahrhafter Entspannung ist aber nicht allein die Pause, das Relaxen im Wachzustand. Nachhaltiger und wichtiger ist vielmehr ausreichender Schlaf und das wird in unserer vom hektischen Alltag geprägten Leistungsgesellschaft leider allzu oft missachtet. Denn dieser Alltag erzeugt chronischen Schlafmangel.

 

Wir sind die Unausgeschlafenen
Dauernder Schlafmangel und ständige Schlafstörungen können Erwachsene in den Burn-out treiben! Viele von uns sind chronisch übermüdet – und die meisten merken es nicht einmal. 

Wir überschätzen unsere Ruhezeiten oft und häufen so ein beachtliches Schlafdefizit an. Gerade die typischen Vertreter unserer Leistungsgesellschaft tun ansonsten alles für ihre Fitness – bis auf eines, das sie vergessen, weil sie seine Bedeutung unterschätzen: ausreichend schlafen! 

Ein Experiment des US-Psychiaters David Dinges hat z.B. ergeben, dass die Probanden, die während zwei Wochen nur vier bis sechs Stunden schlafen durften, von Tag zu Tag größere Schwächen zeigten. 

Erstaunlich war dabei, dass die Wenigschläfer nach etwa vier Tagen nicht mehr müder wurden, sondern sich regelrecht ans Übernächtigtsein gewöhnten. Aber nur die Ausgeschlafenen, die stets acht Stunden schliefen, blieben auf der Höhe ihrer Leistung.

 

Zum Schlafmangel kommen noch Schlafstörungen
Schlafmangel allein ist es nicht einmal, der uns zu einem ungesunden Schlafdefizit führt. Dazu kommen die Schlaf- und Einschlafstörungen, die in unserer hektischen Welt weit verbreitet sind. Mit dem Resultat, dass wir gereizt und unruhig werden. Diese halten wir aber oft gar nicht für die direkte Ursache, sondern den Leistungsdruck und die Tageshektik. 

Sie sind allerdings schon die dahinter stehenden wahren Ursachen. Aber weil wir vielfach glauben, diese äußeren Umstände nicht ändern zu können, glauben wir auch, an den Schlafstörungen kaum etwas ändern zu können – außer vielleicht Schlaftabletten einzunehmen, was aber letztendlich auch nicht hilft, sondern schadet bzw. schnell an Wirkung verliert.

 

Vermeiden Sie  tageslichtähnliche Abend-Beleuchtung
Die blauen, dem bläulichen Tageslicht ähnelnden Wellenlängen vom Fernseher, PC, Smartphone oder Laptop können das Einschlafen verzögern und damit den erholsamen Schlaf stören. Beruhigender ist dagegen ein rötlicher Lichtton vor dem Zubettgehen. 

Blaues oder helles Tageslicht am Arbeitsplatz ist dagegen wichtig, damit man nicht am Tage ermüdet. Denn blaues Licht hemmt die Ausschüttung des Müdigkeitshormons Melatonin und hält uns deshalb wach. Das Pendel unserer inneren Uhr wird vom hellen Tages- oder Sonnenlicht angestoßen und von dem Sonnenuntergang ähnlichen Rotlicht wieder abgebremst. 

Morgendliches Gymnastik- oder Lauftraining unterstützt das Wachwerden und abendliche Yoga- oder andere Wellness- und Entspannungsübungen in gedämpftem, rötlichen Lichtschein stimmen uns auf das baldige Schlafengehen ein. Letzteres ist besonders dann wichtig, wenn man am frühen Abend – z.B. nach Feierabend – noch joggt oder im Studio trainiert hat.

 

Schlafmangel schafft Übergewicht
Dauerhafte Schlafstörungen können die Ursache überflüssiger Pfunde oder gar von Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes mellitus sein. 

Verantwortlich für die Hunger- und Sättigungs-Steuerung sind die Hormone Leptin und Ghrelin. Während Leptin Sättigung bewirkt, steigert Ghrelin das Verlangen nach Nahrung. Gestörter oder mangelnder Schlaf kann die Konzentration des Appetitanregers Ghrelin stark erhöhen und die Leptinausschüttung mindern, was ebenfalls dazu führt, dass das Hungergefühl ansteigt.

 

Warum schlafen wir schlecht ?
Zu den Unausgeschlafenen gehören vor allem Leistungsträger und Schüler. Häufige Überstunden, mehr Schichtarbeit, mehr Medienkonsum, längere Ladenöffnungszeiten sind die Hauptursachen. Und je mehr wir arbeiten, desto weniger schlafen wir. Obwohl im Grunde alle wissen, wie gut Schlaf ist, ist den meisten fast alles andere wichtiger. 

Und dann wundern wir uns, wenn unsere „schlaflose Gesellschaft“ leichter Opfer eines Burn-Outs wird, ihr Risiko für Übergewicht und Diabetes erhöht sowie für Lustlosigkeit, Depressionen und Angstzustände – und wenn bei Kindern und Jugendlichen so häufig Hyperaktivität auftritt. Ständiges Unausgeschlafensein gilt auch als Risikofaktor für behandlungsbedürftige Insomnie: Schlafunvermögen, d.h. wir verlernen das Ein- oder Durchschlafen.

 

Wie schlafen wir uns wieder fit ?
Als erstes sollten wir auf die Einnahme von Schlaftabletten verzichten, die gegen unsere innere Uhr arbeiten. Dann sollten wir unsere Alltagssorgen nicht mit aufregenden Krimi-Spätsendungen verdrängen, was die Sorgengedanken nur nach hinten in die Einschlafphase verschiebt und diese somit stört. 

Besser sind ruhige Entspannungsübungen bei gedämpften gelblich-rötlichem Licht und angenehmer Entspannungsmusik – auch noch nach einem nicht allzu späten Fernsehfilm oder Hörbuch. 

Gut ist die Ergänzung durch abendliche Yoga- und Entspannungseinheiten. Stressbewältigung, Burn-out-Prävention, Work-Life-Balance, Tiefenentspannung und fernöstliche Entspannungstechniken wie Reiki, Tai-Chi oder Qigong sind gut für geistig und seelisch Gestresste. 

Autogenes Training, Sauna und progressive Muskelrelaxation mit bewusstem An- und Entspannen von Muskelpartien sind geeignete körperbetonte Übungen.

 

Guter Schlaf stärkt Immunsystem und Gedächtnis
Am wichtigsten ist natürlich das Zurückkehren zu ausreichender Schlafdauer: mindestens sechs, besser noch sieben bis acht Stunden brauchen die meisten, um sich zu regenerieren. 

Während des Nachtschlafes werden Organe und Gewebe regeneriert, Infekte bekämpft, Eindrücke verarbeitet, wichtige Erinnerungen verfestigt (gelernt!) und unwichtige verworfen. Wir müssen schlafen, um geistig und immunologisch fit zu bleiben. 

Damit betreiben wir zugleich aktives Anti-Aging. Wer zuwenig schläft, altert schneller!
Insbesondere im Tiefschlaf werden Wachstumshormone und das Hormon Prolaktin freigesetzt, das die Immunkraft stärkt und das Gedächtnis.

 

Kurzschlaf als ideale Ergänzung
Wir sollten unser negatives Schlafkonto auch mit dem altbewährten Mittagsschlaf oder Pausennickerchen auffüllen. Zehn oder fünfzehn Minuten machen hier schon viel aus. Die Siesta der Südländer oder der „Anwesenheitsschlaf“ Inemuri der Japaner am Arbeitsplatz haben durchaus ihr Gutes. 

Bei uns dagegen mangelt es dem Kurzschlaf oft noch an Akzeptanz. Dennoch: Für Piloten, LKW-Fahrer oder Schichtarbeiter gibt es vereinzelt schon extra Ruheräume, z.T. sogar mit Entspannungsmusik-Liegen. Andere ziehen sich für ein Nickerchen auch mal kurz in ihr Auto zurück, um die nächste Arbeitsphase besser zu bewältigen.

 

Fazit
Nur wenn du dir ausreichend Schlaf gönnst, lebst du wirklich gesund. Schlafmangel ist die Ursache von zahlreichen Zivilisationskrankheiten. Auch Übergewicht hat oft damit zu tun, dass durch zu wenig Schlaf das hormonelle Gleichgewicht gestört ist und Hungergefühle ausgelöst werden. 

Wie viel Schlaf du brauchst, um wirklich ausgeruht zu sein, musst du selbst herausfinden. Esse nicht schwer vor dem zu Bett gehen, trinke keinen oder nur wenig Alkohol und nehme keine Probleme mit ins Bett. Dann kannst du ausgeruht und mit frischer Energie in den neuen Tag starten.