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Kaufen oder kochen?

Wer kennt sie nicht, diese Tage, an denen man von A nach B hetzt und plötzlich knurrt der Magen. Ist es in Ordnung, an solchen Tagen auch mal zu Fertiggerichten zu greifen, oder machen die Inhaltsstoffe die Erfolge meines Trainings direkt wieder zunichte?

© Ljupco Smokovski - stock.adobe.com
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Auf die Frage "Was koche ich denn heute?" innerlich mit "ein Fertiggericht" zu antworten, lässt in vielen von uns ein ungutes Gefühl aufkommen. Zu fettig, zu salzig, zu wenig Vitamine sind die Top-Schlagworte, mit denen das schlechte Gewissen auf uns einprügelt.

Zugegeben sind einige der verlockenden Tütchen und Packungen richtige Kalorienbomben, zugleich arm an Nährstoffen, dafür umso reicher an Geschmacksverstärkern. Genauso finden sich in der kaum überschaubaren Auswahl an „ready to go“-Gerichten aber auch durchaus Vertreter, die in puncto Vitamin- und Nährstoffgehalt der frischen Küche in kaum etwas nachstehen. Womit wir zum ersten Vergleich zwischen Fertigprodukten und Hausgemachtem kommen.

 

Wie sieht's mit den Nährstoffen aus?

Hausgemachte Gerichte gehen nach unserem Verständnis immer als Sieger in der Kategorie Nährstoffgehalt aus dem Rennen. Aber stimmt das wirklich? Ist frisches Gemüse vom Wochenmarkt generell die nährstoffreichere Alternative zu Gemüsepfannen aus der Kühltheke?

Ja, frisches Marktgemüse von überdachten Ständen, das heißt Gemüse, welches nicht mehrere Stunden der knallen Sonne ausgesetzt ist und am besten vom Händler aus der Region stammt, punktet mit Nährstoff-Fülle, Frische und Geschmack.

Der hohe Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen, Ballaststoffen und die zeitgleich niedrige Energiedichte sowie der niedrige Salzgehalt überzeugen jeden figur- und gesundheitsbewussten Hobbykoch. Lange Lagerzeiten und andauernde Sonneneinstrahlung beschleunigen hingegen die Abbauprozesse von Vitaminen und Co.

Beim Gemüse vom Straßenhändler sollten die Abgase im Hinterkopf behalten werden, genauso wie im Supermarkt all die prüfenden Tests der Käufer, die nicht nur auf Ansehen sondern auf Anfassen beruhen.

Alle frischen Zutaten also vor der Zubereitung ordentlich waschen und abtrocknen. Danach steht einem nährstoffreichen, köstlichen und gleichzeitig figurschonendem Gericht nichts mehr im Wege. 

Viele tiefgefrorene Gemüsepfannen stehen den hausgemachten Pfannen in Bezug auf Nährstoffgehalt und Aroma jedoch keineswegs nach! Rasch tiefgekühltes, frisches Gemüse verliert kaum an Vitaminen und Mineralstoffen und punktet gleichzeitig mit Zeitersparnis.

Denn wer schnippelt schon gerne mit knurrendem Magen? Zugesetzte künstliche Aromen verleiten allerdings häufig zum Mehressen und bilden richtige Stolpersteine auf dem Weg zur Bikinifigur.

Viele Fertigtüten machen zwar mit einem ansehnlichen Nährstoffgehalt auf sich aufmerksam, sind aber gleichzeitig richtige Kalorienbomben. Grundsätzlich helfen bei der Auswahl im Supermarkt diese Kriterien:

  • nicht mehr als 3 Zusatzstoffe
  • keine Geschmacksverstärker
  • keine gehärteten Fette und
  • mind. 50 % Gemüseanteil

Sind diese erfüllt, spricht nichts gegen den schnellen Genuss. Wenn uns aber mal die Lust auf nährstoffarmes, dafür salz- und zusatzstoffreiches Fastfood wie Pizza und Baguette überkommt,  sollten wir sie mit einem Beilagensalat kombinieren oder zusätzlichen frischen Gemüsebelag aufgepeppen. Solche kleine „Sünden“ sind natürlich zwischendurch erlaubt.

 


Hast du schon gewusst, dass du deinen Körper bei der Nährstoffversorgung ganz einfach mit Nahrungsverbesserern unterstützen kannst?

Hier findest du die Superhelden unter den Nährstoffen


 

Fix und fertig 

Fertiggerichte gehen schnell, sind nicht aufwendig, kochen sich eigentlich ganz von alleine: Das alles sind gängige Stichpunkte in der Pro-Spalte, wenn es um die Frage „Kaufen oder Kochen?“ geht.

Ein deutsches Forscherteam hat erst kürzlich eine Studie zu diesem Thema veröffentlicht. Demnach schmilzt das Zeitkontingent der Deutschen für Essen, Kochen und Genießen seit den 1990er Jahren dahin, sogar mit steigender Tendenz. Aber dauert Handmade denn wirklich so viel länger? 

 

Die nährstoffreiche und frische Küche muss nicht zwingend auch aufwendig und zeitraubend sein! Vollkornreis, Vollkornnudeln und Kartoffeln sind eine ballast- und mineralstoffreiche Grundlage und müssen im Grunde nur auf den Herd gestellt werden. Ein paar Mal umrühren – das war’s!

Dazu noch ein paar Tomaten, Paprika und Zwiebeln kleinschneiden, mit Feta und Oliven verfeinern und fertig ist die griechische Gemüsepfanne á la heimische Küche. Wer dann statt zu frischem zu tiefgekühltem Gemüse greift, kann nebenbei noch das Wohnzimmer saugen.  

 

Und was sagt die Haushaltskasse? 

Wer sich mit der Frage "Was koche ich denn heute?" auseinandersetzt, wird notgedrungen mit der Haushaltskasse konfrontiert. Denn etwa 12 % der Konsumausgaben privater Haushalte gehen auf das Konto Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke. (Inklusive Alkoholika und Tabakwaren beträgt dieser Wert übrigens 15%.)

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat die Preise verschiedenster selbst gemachter Gerichte mit ihren vergleichbaren Konkurrenten aus den Fertigproduktregalen verglichen und herausgefunden, dass Fertiglebensmittel im Schnitt 184 % teurer sind als die Handmade-Variante.

Dabei lag der Fokus auf einfachen Produkten wie Salatdressings, geschälten Möhren, vorgekochten Kartoffeln und Pfannkuchen aus der Schüttelflasche – also eigentlich Lebensmittel, die sich auch im Handumdrehen selber zubereiten lassen. Da lässt sich die Lebensmittelindustrie ihr industrielles Schnippeln und Rühren knackig bezahlen.

Auch die Klassiker aus der Kategorie Fertiggericht müssen nicht unbedingt die preiswerteren sein. Zugegegeben, eine Pizza für 2,99 € in den Ofen zu schieben, ist ein verlockendes „All inclusive-Angebot“: Stabilisatoren, Antioxidationsmittel, Säuerungsphosphate, Diacetylweinsäureester, 900 kcal, 35 g Fett, alles drin. Kann man die Glücksgefühle, die beim Essen einer Pizza entstehen, dann überhaupt noch genießen?

Vor allem wenn man bedenkt, dass ein hausgemachter Pizzateig (Wasser, Mehl, Hefe) bei unter 50 Cent für ein ganzes Blech liegt und mit allem belegt werden kann, was das Herz begehrt! Der Sieger bei einer Pizza sowohl im Preis, als auch im Geschmack und Frische ist immer die hausgemachte Variante. 

 

Nichts für Sportler

Fertiggerichte allerdings pauschal als die Gegner einer ausbalancierten Haushaltskasse zu bezeichnen, wäre falsch. Kann man doch die "Traditionelle Rinderroulade mit würzigem Rotkohl und Kartoffelpüree" verzehrfertig schon für 2,49 € und "Rostbratwürstchen mit Kartoffelstampf und Sauerkraut" für 2,99 € erwerben. Da kann die Hausmannskost, zumindest preislich gesehen, nicht mithalten.

Bleiben die Fragen offen, unter welchen qualitativen Standards und mithilfe welcher Zusatzstoffe die Roulade ihren Einzug in die Supermarktregale gemeistert hat. Wer darüber nachdenkt, wird auch die eingangs gestellte Frage, ob die Inhaltsstoffe von Fertiggerichten die Erfolge meines disziplinierten Trainingsplanes zunichte machen, mit "Ja" beantworten müssen. 

 

Am besten saisonal

Beim Kauf von Gemüse gibt es auch einige Dinge zu bedenken: Nicht nur im Hinblick auf die Haushaltskasse sollte beim Obst und Gemüseshopping die Saisonalität im Hinterkopf behalten werden. Wer im Winter z.B. Lust auf frische Erdbeeren und Spargel hat, muss etwas tiefer in den Geldbeutel greifen als für Steckrüben und Rotkohl.

Wer allerdings auf Tiefkühlbeeren oder eingemachtes sowie tiefgekühltes Gemüse zurückgreift, kann sich einiges sparen und erhält trotzdem ein frisches, nährstoffreiches Produkt. 

 

Ein bisschen Spaß muss sein...

...dann ist die Welt voll Sonnenschein, so verpasste uns schon Roberto Blanko einen eingängigen Ohrwurm. Aber Recht hat er. Der Spaß am Herd, ob gemeinsam mit Freunden oder auch allein, die Freude Neues auszuprobieren, mit Zutaten zu spielen und der Stolz auf die eigene Kreation, kommt beim übermäßigen Fertigprodukte-Shopping eindeutig zu kurz. Es geht doch nichts über einen gemütlichen Kochabend mit Freunden, vielleicht mit einem Glas Wein und guter Musik … also ran an den Herd! 

 

Fazit

Das Thema "Was koche ich denn heute?" wird uns alle immer beschäftigen. In punkto Nährstoffgehalt muss die frische Küche der fertigen nicht unbedingt überlegen sein. Tiefgefrorene Gemüsepfannen enthalten oftmals genauso viele Vitamine und Mineralstoffe wie die selbstgemachten Varianten.

Wer darauf achtet, dass Zusatzstoffe in der Zutatenliste nicht die erste Geige spielen und mindestens 50 % Gemüse enthalten ist, kann einen guten Griff machen. Hausgemachtes sollte aber Rang 1 in deiner Ernährung bleiben: Es dauert nicht viel länger als das Aufwärmen der Tütchen, ist billiger und kann nach Lust und Laune variiert werden.
 

 

Worauf sollte man beim Kauf von Fertiggerichten achten?

  • nicht mehr als 3 Zusatzstoffe pro Produkt (dazu gehören auch die „E-Nummern“, also Geschmacksverstärker, Farbstoffe, Konservierungsstoffe, Säuerungsmittel, modifizierte Stärke und Verdickungsmittel)
  • keine gehärteten Fette
  • mindestens 50 % Gemüse (ansonsten Gemüse hinzufügen)