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Let the sunshine in

Vitamine nennt man Substanzen, die der Körper oft selbst nicht herstellen kann, die aber für die „VITA“ – das Leben – absolut notwendig sind. Eine spezielle Situation liegt beim Vitamin D vor.

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Seine Vorstufe, das 7-Dehydrocholesterol,  kann im Körper selbst hergestellt werden. Deshalb müsste man bei diesem richtigerweise von einem Provitamin reden, also der Vorstufe eines Vitamins, welches die Ausgangssubstanz für die Vitamin-D-Bildung ist. Da unser Körper aber die Umwandlung in Vitamin D nur mit Hilfe des Sonnenlichtes schafft, ist also doch ein Baustein da, den man von außen zuführen muss, damit dieses Vitamin entstehen kann: die Sonne.

Vor diesem Hintergrund sollten wir das Leben des „modernen Menschen“ einmal betrachten. Sekundenweise streift uns ein Sonnenstrahl auf dem Weg vom und ins Büro. Wenn wir mit dem Auto zum Fitnesscenter fahren, bekommen wir bestenfalls ein paar Sonnenstrahlen ab, wenn wir bei der Autoanschaffung nicht gespart haben und uns ein Schiebedach gegönnt haben. Aber es reicht eben nur für die Sonne im Gesicht, was nur circa 5% unserer Körperoberfläche ausmacht. Wichtig zu wissen: Durch Glas geht das UV-B-Licht überhaupt nicht durch.

 

Vitamin D-Produktion
Und schon haben wir das erste Vitamin D-Produktionsproblem vor uns. Denn wer ist schon jeden Tag mindestens 15 Minuten mit dem überwiegend unbekleideten Körper in der Sonne – und wenn sich´s einrichten lässt – möglichst zur Mittagszeit? Denn das wäre der Mindestzeitraum und der optimale Zeitpunkt, um aus dem Provitamin das wirksame Vitamin D in möglichst kurzer Zeit zu produzieren.

 

Vitamin D-Produktion im Alter
Das nächste Problem ist auch erwähnenswert: Ein 20 jähriger kann die Vitamin D Vorstufe 3 mal so schnell in aktiviertes Vitamin D umwandeln, wie ein älterer Mensch, z.B. mit 60 Jahren. Der müsste dann also am besten jeden Tag fast eine Stunde an der Sonne verbringen. Denn dadurch findet eine starke Vitamin-D3-Bildung in der Haut statt. Eine kurze, aber intensive Sonnenbestrahlung ist deshalb so effektiv, weil sie einen hohen UV-B-Anteil hat. Sollten Sie auf die Sonnenbank ausweichen, was sicher im Winter viel Sinn macht, achten Sie unbedingt auf einen hohen UV-B-Anteil des Geräts.

 

Vitamin D-Aufnahme
Eines der wichtigsten Probleme, was das Vitamin D betrifft, ist die Aufnahme von Vitamin D und seinen Vorstufen. Wenn sie der Körper nicht selber produziert, werden diese im Dünndarm resorbiert. 80% der Europäer haben aber keine optimale Dünndarmfunktion. Das wissen die meisten nicht, weil der Dünndarm nicht untersucht wird und nicht wirklich im Zentrum des Interesses der Ärzte steht. Weil das aber so ist, muss damit gerechnet werden, dass bei manchen Menschen, trotz Vitamin D Tabletten oder Vitamin D-reicher Kost es zu keiner ausreichenden Versorgung kommt. Vor diesem Hintergrund entstehen vielfältige Gefahren für unsere Gesundheit.

 

Die 5 Gefahrenzonen bei Vitamin D-Mangel
Die Konsequenzen eines Vitamin D-Mangels können fatal sein. Dabei standen bis vor 10 Jahren eigentlich nur die Probleme des Knochenstoffwechsels und des Bewegungsapparates im Zentrum der Forschung. Erst jetzt erkennt man die außergewöhnlich breite Wirkungsweise des Vitamin D für die Bereiche Knochenstoffwechsel, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nervenleiden, Allergien, Asthma, Krebsleiden und unterschiedliche Leiden älterer Menschen.
 

Gefahr Nr. 1: Knochenstoffwechsel im Bewegungsapparat
Eine der Hauptaufgaben des Vitamin D ist die Organisation des Calcium-Phosphat-Stoffwechsels in Zusammenarbeit mit anderen Hormonen. Der Calcium-Spiegel im Blut wird vom Vitamin D reguliert. Eine ausreichende Calcium-Versorgung ist die Voraussetzung für den Knochenaufbau bei Heranwachsenden und die Knochen-Regeneration beim Erwachsenen und insbesondere beim älteren Menschen.

Mangelerscheinungen führen beim Kind zur Rachitis und beim Erwachsenen zur Osteomalazie (schmerzhafte Knochenerweichung), bei Knochenverletzungen zu verlangsamter Heilung. Die optimale Funktion unseres Bewegungsapparats wird beeinflusst von einem ausreichenden Calcium-Spiegel. Ein Mangel an Calcium kann zu Krämpfen, rascher Müdigkeit und verlangsamter Regeneration führen. Ein niedriger Vitamin D-Spiegel kann zu einer Störung des Calcium-Haushalts führen.
 

Gefahr Nr. 2: Herz-Kreislauf-Erkrankungen
2008 ist die Fachwelt aufgeschreckt, als bei einer Langzeituntersuchung nachgewiesen wurde, dass bei Vitamin D-Mangel (unter 30 ng/ml) die Herzinfarktrate 2,4 mal höher ist, als bei ausreichender Vitamin D-Versorgung. Die Gesamtsterberate war sogar doppelt so hoch bei Vitamin D-Mangel. Außerdem war die Wahrscheinlichkeit, einen Bluthochdruck zu entwickeln um 67% erhöht. Im Rahmen neuer Untersuchungen und Studien konnte auch gezeigt werden, dass Kraftlosigkeit, Energiemangel, rasche Erschöpfbarkeit und Niedergeschlagenheit in vielen Fällen mit einem Vitamin D-Mangel einhergehen können.

 

Gefahr Nr. 3: Nervenleiden
Eine Fülle von Studien konnte zeigen, dass die Regeneration und das Altern des Nervensystems durch einen konstant niedrigen Vitamin D-Spiegel negativ beeinflusst werden. Zusätzlich wurde nachgewiesen, dass depressive Verstimmungen, vegetative Dystonie, Gedächtnisschwäche und durch hohes Stressniveau bedingter Tinnitus durch Vitamin D-Zufuhr günstig beeinflusst werden kann.

 

Gefahr Nr. 4: Allergien, Asthma
Wer hätte das gedacht? Vitamin D spielt eine wichtige Rolle bei der Vermeidung von Atemwegsinfekten, Asthma und Allergien. Jetzt, da die nasskalte Jahreszeit vor uns steht, müssen wir wissen, dass ein zu niedriger Vitamin D-Spiegel (unter 30 ng/ml) die Wahrscheinlichkeit um ein Drittel steigert, an einem Atemwegsinfekt zu erkranken. Für Asthmatiker ist die Situation noch gefährlicher. Denn deren Wahrscheinlichkeit, eine Atemwegserkrankung zu erleiden, ist bei Vitamin D-Mangel  um das 5-fache erhöht.

 

Gefahr Nr. 5: Krebsleiden und Leiden älterer Menschen
Vor nicht einmal 10 Jahren spielte die Vitamin D-Gabe bei der Antikrebs-Strategie keine Rolle. Heute hat sich das geändert. Es wird nur noch über die Menge der Vitamin D-Gabe diskutiert, nicht mehr über das ob. Neueste Untersuchungen zeigen nämlich, dass eine Aufnahme von bis zu 10.000 Internationale Einheiten (IE) bei über 3500 Probanden in keinem Fall toxische (giftige) Effekte zeigte. Im Gegenteil – eine erhöhte Einnahme von Vitamin D führte zu einer sinkenden Rate,  z.B. an Brustkrebs oder Dickdarmkrebs zu erkranken.

Bei Menschen, die bereits an Krebs leiden, ist offensichtlich eine Einnahme von durchschnittlich 9600 IE nötig, um die krebsschützenden Effekte von Vitamin D zu ermöglichen. Bei allen Menschen, insbesondere bei Älteren, sollte regelmäßig – z.B. in vierteljährlichen Abständen - der Vitamin D-Spiegel gemessen werden. Insbesondere dann, wenn einmal ein Vitamin D-Mangel bestand.

Abhängig davon muss dann die Dosis errechnet werden. Erfahrungsgemäß liegt diese bei den meisten älteren Menschen zwischen 1.000 und  bis zu 8.000 Einheiten. Ein Vitamin D Blut-Spiegel zwischen 50 – 70 ng/ml erscheint ideal. Damit  ist eine ideale Ausgangssituation geschaffen, um die im Alter sehr häufige Altersdepression, Demenz, ständige Müdigkeit und rasche Erschöpfbarkeit günstig zu beeinflussen.

Die Reifung von Immunzellen – das ist unbestritten – ist durch Vitamin D-Mangel gehemmt. Dies ist ein wichtiger Grund, wieso in der dunklen Jahreszeit Infektionskrankheiten deutlich häufiger sind als zur Sommerzeit. Es fehlt uns die Sonne und damit die Stimulation Vitamin D zu bilden. Auf der anderen Seite sind es gerade die älteren Menschen, die die Sonne meiden und gerade die haben deshalb am häufigsten auch einen Vitamin D-Mangel.

 

Das wichtigste für Sie zusammengefasst:

  • Das Vitamin D ist eigentlich mehr ein Hormon und weniger ein Vitamin. Das erklärt auch seine vielfältigen Funktionen und zugleich seine schwerwiegenden Auswirkungen bei einem Mangel.
     
  • Der Vitamin D-Mangel entwickelt sich zu einer Volkskrankheit. Deshalb unbedingt bei Ihrem Hausarzt den Blutspiegel prüfen lassen. Der sollte idealerweise zwischen 50 – 70 ng/ml sein.
     
  • Abhängig von Alter, Mangelsituation und Krankheit sollten täglich 2.000 bis 8.000 IE aufgenommen werden.