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Oma’s Tipps gegen Erkältungen

Jetzt kommt sie wieder, die nasse und kalte Jahreszeit. Und mit ihr haben Erkältungskrankheiten wie Schnupfen, Heiserkeit, Husten, grippale Infekte oder Bronchitis Hochkonjunktur. Ob man erkrankt bzw. wie stark die Erkältung ausgeprägt ist, hängt mit dem Zustand des Immunsystems zusammen.

© Rido - stock.adobe.com
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Ist das Immunsystem intakt, muss man bei leichten Infekten nicht immer gleich zum Arzt gehen ‐ auch altbewährte Hausmittel können helfen, die Symptome in den Griff und den Kopf wieder frei zu bekommen.

Bis zu 200 Erkältungen machen wir im Durchschnitt im Lauf unseres Lebens durch. Einfache und seit Alterszeiten bewährte Hausmittel können die Beschwerden lindern. Zwiebeln, Essig oder Kartoffeln gehören nicht nur zur Grundausrüstung in jeder Küche, sondern wirken auch als natürliche Arzneimittel. Schon unsere Urgroßmütter haben sich die antibakteriellen und antiviralen Inhaltsstoffe von Lebensmitteln zunutze gemacht oder ihre die Durchblutung fördernde Wirkung. 

Diese Hausmittel helfen sanft und unterstützen die körpereigenen Abwehrkräfte gegen den Infekt. Dauert ein Schnupfen oder Husten allerdings länger als eine Woche, kommt hohes Fieber hinzu oder fühlt man sich schlecht, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

 


Bei leichten Infekten kann man auf altbewährte Hausmittel zurückgreifen.


 

Der Körper reagiert auf eine Infektion, indem er die „Betriebstemperatur“ erhöht, sprich mit Fieber. Die Immunabwehr kurbelt den Stoffwechsel an und löst damit den Temperaturanstieg aus. Fieber hilft bei der Heilung, weil viele Erreger bei über 38,5 Grad nicht überleben. Daher ist es besser, Fieber nicht zu unterdrücken – außer, wenn es zu hoch steigt. Wer erhöhte Temperatur oder Fieber hat, bleibt am besten im Bett und trinkt viel Wasser oder Tee. Keinesfalls darf man während einer Erkältung trainieren – auch nicht ohne erhöhte Temperatur!

Die meisten Erkältungen beginnen mit Schnupfen. Oft sind Viren im Spiel, nicht selten kommt eine Zweitinfektion mit Bakterien hinzu, die den Kehlkopf und die Luftröhre angreifen. Die Kehle brennt, das Schlucken fällt schwer. Jetzt ist es wichtig, den Hals warm zu halten und viel zu trinken. Ob heiß oder kalt, ist dabei ganz egal. Nur wer gurgelt, der sollte das mit heißem Tee tun.

 

■ Gurgeln

Die ätherischen Öle in Salbei und Kamillentee helfen gegen Entzündungen von Hals und Mandeln. Dafür zwei Teelöffel Salbeiblätter oder Kamillenblüten in einem halben Liter Wasser aufkochen und 15 Minuten ziehen lassen. Mehrmals täglich mit der heißen Flüssigkeit fünf bis zehn Minuten gurgeln. Wichtig: Den Tee immer ausspucken!

 

■ Kräutertee

Kräutertees können einen Reizhusten dämpfen oder Schleim lösen. Gegen den Reizhusten hilft eine Mischung aus 25 Gramm Eibischwurzel mit 20 Gramm Isländisch Moos, je 20 Gramm Anis‐ und Fenchelfrüchte sowie 15 Gramm Lindenblüten. Sechs Teelöffel dieser Kräutermixtur übergießt man mit drei Tassen kochendem Wasser und lässt sie zehn Minuten lang ziehen. Drei Tassen pro Tag mit etwas Honig gesüßt trinken.

Eine Mischung aus gleichen Teilen Huflattich, Wollblume und Süßholz löst den Schleim. Pro Tasse einen Teelöffel der Mischung mit kochendem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen. Drei Tassen am Tag trinken. Doch Vorsicht: Mit Reiz stillendem Tee nicht gegen den Husten vorgehen, dessen Schleim sich gerade löst. Also nicht den Tee, der das Abhusten fördert, mit dem Tee, der den Hustenreiz dämpft, durcheinander trinken. Husten ist ein Reflex, mit dem Fremdkörper oder Schleim aus den Atemwegen katapultiert werden sollen.

Meist kommt es bei einer Erkältung zuerst zu einem trockenen Reizhusten; erst danach kann man Bronchialsekret abhusten. Auch hier ist es wichtig, viel zu trinken. Und auch hier kann der Patient selbst entscheiden, ob er lieber warm oder kalt trinkt.

 

■ Zwiebeltee oder Zwiebelsud

Wenn hartnäckiger Schleim in den Bronchien sitzt, können Zwiebeltee oder Zwiebelsud das Abhusten erleichtern. Zwiebeln enthalten schwefelhaltige Senföle, die eine desinfizierende Wirkung haben. Für den Tee eine Zwiebel in Scheiben schneiden und etwa fünf Minuten in einem halben Liter Wasser köcheln lassen. Den Sud durch ein Sieb abseihen und mit etwas Honig süßen. Bis zu vier Tassen täglich trinken. Für den Sud schneidet man die Zwiebel ebenfalls in Scheiben und schichtet sie abwechselnd mit Zucker in ein Einmachglas. Über Nacht stehen lassen und von dem entstehenden Saft über den Tag verteilt vier Mal zwei Esslöffel einnehmen. Nach der ersten Nacht das Glas mit dem Sud im Kühlschrank aufbewahren.

 

■ Inhalation mit ätherischen Ölen

Thymian, Eukalyptus und Pfefferminz helfen einem Husten, der viel Auswurf produziert, indem sie den Schleim verflüssigen. Zum Inhalieren zwei Liter Wasser zum Kochen bringen. Das Wasser in eine Schüssel gießen und wenige Tropfen von einem der genannten Öle hinzugeben. Dann das Gesicht über die Schüssel halten, den Kopf mit einem großen Handtuch abdecken und zehn Minuten lang durch die Nase tief ein‐ und ausatmen. Achtung: Kinder dürfen heiße Dämpfe mit ätherischen Ölen nicht einatmen; es besteht Erstickungsgefahr. 

 

■ Heiße Hühnersuppe

Die Inhaltsstoffe der Hühnersuppe wirken antibakteriell und hemmen Infekte der oberen Atemwege. Was lange als wirksames Hausmittel galt, wurde zuletzt von US‐Forschern in seiner Wirkung bestätigt. Die heiße Suppe erhöht außerdem die Körpertemperatur und lindert Gliederschmerzen. Nur die selbst gekochte Hühnersuppe mit all ihren Inhaltsstoffen hilft wirklich. Fertigprodukte haben nach Erkenntnis amerikanischer Forscher einen viel schwächeren Effekt. Für die Suppe ein Suppenhuhn mit Lauch, Sellerie, Karotten, Petersilie, Lorbeerblättern und Wacholderbeeren in Gemüsebrühe erhitzen und eineinhalb Stunden köcheln lassen. Suppennudeln kochen und mit dem klein geschnittenen Hühnerfleisch in der Brühe servieren. Mindestens zwei Teller am Tag essen.

 

■ Essigwickel

Feuchte Wadenwickel leiten durch Verdunstungskälte Hitze aus dem Körper und schaffen so einen Temperaturausgleich. Wichtig ist, dass der ganze Körper einschließlich der Füße bei der Behandlung warm bleibt. Für die Essigwickel kaltes Wasser und Obstessig zu gleichen Teilen mischen. Geschirrtücher darin tränken, auswringen und um die Waden wickeln. Drum herum je ein Frotteehandtuch schlagen. Die Wickel wechseln, bevor dem Patienten kalt wird. Es genügen meist drei Wickelvorgänge, um das Fieber zu senken.

 

■ Kalte Waschungen

Auch Waschungen mit einem in kaltes Wasser getauchten Tuch senken die Körpertemperatur. Am Besten ein Leinentuch in kaltes Wasser legen, dann leicht auswringen. Mit schnellen Bewegungen Beine, Unter‐ und Oberkörper abwaschen. Dabei das Tuch immer wieder anfeuchten. Nicht abtrocknen, sondern sich in ein dickes Handtuch gewickelt ins Bett legen.

 


Zwiebeln, Essig oder Kartoffeln wirken als natürliche Arzneimittel.


 

■ Schwitzkur mit Tee

Lindenblüten‐ oder Holunderblütentee sind klassische Fiebertees. Sie sollen dem Körper helfen, eine Infektion über Nacht auszuschwitzen. Zwei Teelöffel der Blüten mit kochendem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen. Vor dem Einschlafen trinken, sich warm einpacken und gut zudecken. 

Schmerzende Muskeln und Gelenke sind ebenfalls ein häufiges Symptom einer Erkältung. Auslöser sind Rhinoviren, die im Körper entzündliche Prozesse verursachen. Gegen Gliederschmerzen helfen vor allem Bäder.

 

■ Erkältungsbäder

Bäder mit einem Zusatz aus Menthol‐, Eukalyptus‐, Thymian‐ oder Fichtennadelöl fördern die Durchblutung, lindern Gliederschmerzen und erhöhen die Körpertemperatur. Ihre ätherischen Öle lösen Sekret aus Nase und Bronchien. Die Badewanne mit 38 Grad warmem Wasser füllen und zehn Minuten baden. Wer Kreislaufbeschwerden hat, füllt die Wanne nur zur Hälfte. Mit Fieber sollte auf ein Bad verzichtet werden – es würde den Körper zu sehr belasten.

 

■ Quarkwickel

Quark kühlt, wirkt abschwellend, lindert Schmerzen und hemmt Entzündungen. Für einen Quarkwickel 500 Gramm Quark etwa einen halben Zentimeter dick auf ein dünnes Baumwolltuch streichen. Das Tuch so falten, dass zwischen Hals und Quark nur eine Lage Stoff liegt. Den Wickel auf Körpertemperatur erwärmen – etwa auf der Heizung – und um den Hals legen. Darüber kommt ein dickes Handtuch. Den Wickel so lange tragen, bis der Quark getrocknet ist.

 

■ Kartoffelwickel

Kartoffelwickel machen sich die Tatsache zunutze, dass Kartoffeln Wärme speichern und sie kontinuierlich abgeben. Man kocht vier bis sechs mittelgroße Kartoffeln weich und legt sie auf die Mitte eines Geschirrtuchs. Für einen Brustwickel das Tuch so einschlagen, dass ein etwa 20 mal 20 Zentimeter großes Paket entsteht. Für einen Halswickel die Kartoffelmasse einrollen. Dann die Kartoffeln vorsichtig zerdrücken. Das Tuch auf die Brust legen oder um den Hals binden und mit einem Schal fixieren. Man entfernt den Wickel, wenn die Kartoffeln keine Wärme mehr abgeben.