Hier gibt's was auf die Nase

Männer legen sich häufig ein herbes Parfüm auf, da sie meinen, dass das die Damenwelt besonders anspricht. Frauen hingegen bevorzugen blumige Düfte. Doch was steckt hinter welchem Geruch, auf welche Duftnoten springt unser Riechorgan wirklich an?

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Gerüche beherrschen unsere Umwelt – es gibt nichts, das nach nichts riecht. Auch wir selbst verfügen über einen ganz individuellen, einzigartigen Duft. Auf diesen können wir keinen Einfluss nehmen. Zwar verändert er sich in manchen Situationen, jedoch bleibt die genetisch festgelegte Duftmarke bestehen. Sie kann, wie auch unsere DNA, nicht verändert werden.

 

Liebe geht durch die Nase

Liebe macht bekanntlich blind und geht durch den Magen – doch auch unser Geruchssinn hat viel mitzubestimmen. Das beweisen unzählige Diskussionen in Internet-Foren, bei denen geschildert wird, dass man das Gegenüber zwar charakterlich und äußerlich attraktiv fände, diese/r aber einen Geruch an sich trägt, den man einfach nicht riechen kann. Forscher haben das Phänomen unter die Lupe genommen und dabei festgestellt, dass es tatsächlich vom Geruch einer Person abhängt, wie anziehend man sie findet. Ein unbewusster Vorgang, der es in sich hat.

 

Auf die Nase ist Verlass

Schuld daran ist das Vomeronasalorgan (VNO), ein winziger Rezeptorbereich in der Nasenschleimhaut, der die Aufgabe hat, Pheromone (= die fliegenden Sexuallockstoffe) aufzufangen. Ihre spezielle Note ist der Ausschlag dafür, ob wir uns von diesem Menschen sexuell angezogen fühlen. Die Universität in Bern hat herausgefunden, dass man bevorzugt einen Partner wählt, dessen Duft sich vom eigenen stark unterscheidet. Je unterschiedlicher die Profile sind, desto besser können sie sich ergänzen – und das wirkt sich positiv auf unsere Nachkommen aus. Kinder eines solchen Paares sind mit besseren Immunfunktionen gesegnet.

 


Männer lieben pudrige Duftnoten an Frauen – Frauen würzige Parfüms an Herren.


 

Erotischer Schweiß

Lange hält sich schon die Vermutung, dass Männerschweiß sexy ist. Und es stimmt wirklich! Forscher konnten belegen, dass Männer, die nach Schweiß riechen, um einiges reizvoller auf Frauen wirken. Das Pheromon Androstenon im Schweiß verbessert ihre Laune und erregt sie leicht. Ein wahrer Abturner ist allerdings alter Schweiß. Wenn dieser länger auf Haut oder Kleidung sitzt, zersetzt er sich und stinkt. Gerade im Fitnesscenter könnte das erotische Phänomen allerdings funktionieren, denn hier schwitzt man ja „frisch“.

 

Lockende Frauen

Und wie sieht es bei den Männern aus? Wann wirken Frauen am attraktivsten auf die Männerwelt? Eine Umfrage hat ergeben, dass die meisten (63%) der befragten Männer nicht auf schwitzende Frauen „abfahren“. Doch was ist es dann? Die Wissenschaft sagt, dass der Sexualhormonspiegel der Männer vor allem in der Zeit ihres Eisprungs ansteigt. Der Geruch des Lockstoffes Kopulin, der während des Menstruationszyklus entsteht, bringt die Männer aus der Fassung. Einmal im Monat haben es Frauen also viel einfacher, Blicke auf sich zu ziehen.

 

Ernährung und Körpergeruch

Ein Geruch kann nicht nur wohlriechend, sondern auch unangenehm sein. Gewisse Lebensmittel bergen z.B. ein gewisses „Stink-Risiko“ in sich. Knoblauch ist das Exempel schlechthin. Selbst nach bis zu drei Tagen kann man noch riechen, dass das Gegenüber Knoblauch verzehrt hat. Auch andere Nahrungsmittel, Gewürze und Kräuter, die pflanzliche ätherische Öle beinhalten, können Einfluss auf unseren Körpergeruch nehmen. Ihre Molekularstruktur ist so klein, dass sie über die Schleimhaut und den Magen-Darm-Trakt in den Blutkreislauf gelangen und dann ausgeschieden werden. 

 


Ätherische Öle im Knoblauch riechen zwar nicht gut, haben aber eine positive Wirkung auf die Gesundheit.


 

Bei Knoblauch, Zwiebeln, Rettich und Kohl ist das sogar wünschenswert: Die enthaltenen Schwefelverbindungen bewirken eine erhöhte Aussonderung von Abfallstoffen über den Schweiß, die Atemluft oder andere Ausscheidungen. Bestialische, aber doch gesunde Gerüche…

Spargel ist neben dem Schweiß vor allem im Harn geruchsmäßig wahrzunehmen. Auch Fisch und Fleisch, hier vor allem Schweinefleisch, beeinflussen unseren Körpergeruch durch den Abbau der enthaltenen Eiweiße. In Bezug darauf wurde in einer Studie herausgefunden, dass der Körpergeruch von Vegetariern als angenehmer empfunden wird als der von Fleischessern. Bei allen Ausdünstungen des Körpers gilt, dass sie umso stärker riechen, je konzentrierter sie sind. Viel trinken hilft folglich dabei, unangenehme Gerüche zu minimieren. 

 

Bist Du gesund?

Jeder von uns hatte schon mal mit müffelnden Achselschweiß, Stinkefüßen oder Mundgeruch zu kämpfen. Meist steckt dahinter kein ernstes Problem und kann mit normalen Hygienemaßnahmen in den Griff gebracht werden. Doch nicht, wenn der Auslöser eine Erkrankung ist. Das merkt man ganz schnell daran, wenn man einen derartigen Gestank noch nie an sich wahrgenommen hat. Im Folgenden haben wir deshalb eine kleine Liste zusammengestellt, die zeigen soll, welches gesundheitliche Problem hinter welchem Geruch stecken könnte und was man dann unternehmen sollte.

 Schweißgeruch 

  • Ranzig: Fettverdauungsproblem
  • Muffig (wie alte Kleidung): Magnesiummangel
  • Sehr süßlich (Hefe ähnlich): Pilz- oder Bakterieninfektion
  • Ammoniak ähnlich: Fehlfunktion von Leber oder Niere

 Unser Tipp 

Eine Ernährungsumstellung, die viele Ballaststoffe, Obst und Gemüse enthält, ist sinnvoll, denn das hilft dabei, überschüssiges und unverdauliches Fett auszuscheiden. Mit reichlich grünem Gemüse verbessert man die Magnesiumversorgung. Hingegen sollte man auf Zucker und Alkohol verzichten – das raubt Magnesium und kann die Besiedlung mit Hefepilzen fördern.

 

 Fußgeruch 

  • Infektionen mit Pilzen oder Bakterien
  • Schuppige, rissige oder gerötete Füße: möglicher Hinweis auf Diabetes 

 Unser Tipp 

Füße nach dem Duschen und Baden gründlich trocknen, am besten mit dem Fön. Bewährt haben sich ebenso 30-minütige Fußbäder mit lauwarmem Wasser und einem Esslöffel Essig. Bei einer Pilzinfektion kann ein verschreibungsfreies Medikament Abhilfe schaffen, bei bakteriellen Infektionen kommt man an einem Besuch des (Haut-)Arztes nicht vorbei.

 

 Mundgeruch 

  • Zink- und Vitamin-B1-Mangel
  • Stress
  • Medikamente (z.B. der Magensäure-Regulator Omeprazol)

 Unser Tipp 

Viel trinken! Unter anderem soll grüner Tee mit seinen Polyphenolen die Herkunft des Mundgeruches bekämpfen. Auch Apfelessig (ein Esslöffel in 100ml Wasser) zu jeder Mahlzeit soll Wunder bewirken. Wer Säurehemmer einnimmt oder der Mundgeruch über eine Woche anhält, sollte den Arzt kontaktieren.

 

 Uringeruch 

  • Harnwegsinfektion
  • Modrig: mögliche Diabetes-Erkrankung

 Unser Tipp 

Grundsätzlich gilt bei stark riechendem Urin: Besteht der Geruch nach zwei Tagen immer noch, sollte man sich von einem Arzt untersuchen lassen. Eine Harnwegsinfektion ist nicht zu unterschätzen. Sie muss mit einem ärztlich verschriebenen Medikament kuriert werden. Leidet man öfter daran, kann man z.B. mit Cranberrysaft oder Cranberry-Extrakt-Kapseln vorbeugen. 

 

 Stark riechende Blähungen 

  • Gestörte Tätigkeit von Bauchspeicheldrüse oder Gallenblase 
  • Medikamente gegen Sodbrennen oder die Übersäuerung des Magens

 Unser Tipp 

Eine Stuhlprobe sollte klären, ob eine Infektion oder Fehlfunktion vorliegt. Falls Antibiotika eingenommen wurden, sollte die Magen-Darmflora wieder aufgebaut werden, z.B. mit Hilfe von fermentierten Lebensmitteln.

 


Viel trinken hilft dabei, die Intensität von Gerüchen zu minimieren.


 

Düfte und ihre Wirkung

Es gibt noch eine Menge weiterer Gerüche, die nicht körperlich bedingt sind. Der Duft von Blumen, Früchten, Kräutern und Parfüms lösen bei uns immer eine bestimmte Emotion aus. Wir können Duftstoffe sogar gezielt dafür einsetzen, die Stimmung zu beeinflussen. Mehr dazu gibt es in unserem kleinen Duftstoff-Lexikon. 

Welchen Duft ein Mann oder eine Frau am anderen Geschlecht gut findet, kann nicht pauschal gesagt werden. Ein Parfümeur sieht pudrige Duftnoten an Frauen als besonders anziehend auf Männer an, denn sie gelten als sehr sinnlich. Vanille, Tonka oder auch heliotrope Düfte (vergleichbar mit Vanille-Meringue mit Mandeln) zählen zu den pudrigen Düften. Ein Beispiel wäre „Shalimar“ von Guerlain mit seiner weichen orientalischen Pudrigkeit in Kombination mit einer gewissen „animalischen“ Note. Frauen springen bei Männern häufig auf würzige und fein süßliche Parfüms an. Der Renner soll Davidoff „Cool Water“ mit seinem Mix aus rotem Basilikum, Absinth, Patschuli, Wermut und Siam Benzoe sein. 

 


Unsere genetisch festgelegte Duftmarke kann nicht verändert werden.


 

Einige Forscher sind der Meinung, dass wir Duftwässer möglicherweise unbewusst so auswählen, dass wir unseren eigenen Körpergeruch positiv verstärken. Schade wäre, wenn wir zum falschen greifen, denn dann überdecken wir unsere vorteilhafte eigene Note oder verstärken gar negative Komponenten.  

 

Kleines Duftstoff-Lexikon

  • Angelica: pfeffrig bis würzig-herb, moschusartig. Macht Ängstlichen Mut und kräftigt Gestresste.
  • Bergamotte: frisch, zitronig, fruchtig-süß. Erheitert, beruhigt und stärkt das Selbstvertrauen.
  • Eichenmoos: waldig, moosig, erdig. Wirkt entspannend und leicht aphrodisierend.
  • Fenchel: herbal-anisartig bis süß. Beruhigt bei nervöser Anspannung und vermittelt Geborgenheit.
  • Grapefruit: floral, süß, minzeartig. Entspannt und heitert auf.
  • Hyazinthe: blumig-süß, laubartig. Hat eine narkotische Wirkung, öffnet Herz und Gemüt, macht Mut.
  • Ingwer: holzig, würzig, warm. Stimulierend, aphrodisierend (v.a. auf Männer).
  • Jasmin: intensiv blumig, fruchtig-herbal. Besänftigt, fördert die Intuition und die Lösung von Beziehungsproblemen.
  • Kardamom: würzig-aromatisch, balsamisch-blumig. Stärkend, aktivierend, löst Minderwertigkeitsgefühle und sexuelle Blockaden.
  • Labdanum: würzig, ledrig, holzig. Gilt als hoch erogen.
  • Mairose: warm, süß. Hohe aphrodisierende Wirkung, hilft gegen Liebeskummer, harmonisierend.
  • Narzisse: erdig-süß, heuig-würzig. Fördert die Selbstliebe, beruhigt und entspannt.
  • Orange: fruchtig, herb-würzig, süß. Schafft eine sinnliche Atmosphäre von Wärme und Zärtlichkeit, aufheiternd.
  • Patschuli: stark holzig-erdig, fast modrig, animalisch, moschusartig. Erotisierend, sinnlich, antidepressiv.
  • Rose: zart, sanft, blumig, fruchtig, veilchenartig. Rosen wirken harmonisierend und besänftigend.
  • Salbei: süß, heuartig, herb, würzig. Berauscht, euphorisiert, wirkt tief entspannend und fördert die Kreativität.
  • Tuberose: schwer, narkotisierend-blumig. Wirkt entspannend, aber v.a. sinnlich und aphrodisierend.
  • Vetiver: sehr maskulin, rauchig, modrig, erdig. Regenerierend, ausgleichend, stärkend, erotisierend.
  • Wacholder: würzig, aromatisch. Befreit von negativen Einflüssen und angestauten Emotionen.
  • Ylang-Ylang: schwer, exotisch, vollmundig-floral, süß. Gilt als hoch erotisch, entkrampfend, beseitigt Frustrationen, mildert Eifersucht.
  • Zypresse: frisch-würzig, limonenartig. Hilft gegen Nervosität, Unruhe und Gereiztheit.

 


Pheromone entscheiden mit, ob wir eine Person attraktiv finden oder nicht.


 

Fazit

In fast allen Lebenssituationen kann man sich auf sein feines Näschen verlassen. Vor allem bei der Partnerwahl! Pheromone und ausgewählte Parfüms beeinflussen uns unbewusst. Wenn Du Dein Gegenüber schon gar nicht erst riechen kannst, solltest Du auch die Beziehung mit ihr/ihm lassen. Hinter manch unangenehmen Geruch kann sogar eine Erkrankung stecken. Hier muss man der Ursache auf die Spur gehen. Andererseits kann das Miefen auch ein gesundheitlich erfreuliches Zeichen sein, wie z.B. beim Knoblauch. Kleiner Tipp für alle Single-Männer zum Abschluss: Komme beim Training so richtig ins Schwitzen! Vielleicht lockst Du damit Dein Herzblatt an.