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Vitalis Zentrum Rostock

Gesundheit pur - Keimlinge, Sprossen und Microgreens ganz leicht selbst ziehen

Keimlinge, Sprossen und Microgreens z.B. von Linsen, Alfalfa und Kresse liegen voll im Trend. Kein Wunder! Sie bringen viele Vorteile für unsere Gesundheit mit. Die grünen Pflänzchen sind reich an Vitaminen, Ballaststoffen, Proteinen, Mineralstoffen und Spurenelementen.

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Sie lassen sich zu jeder Jahreszeit ganz einfach und günstig selbst ziehen und verfeinern klassische Salate, Quarkbrote, Smoothies und Co.
 

Die Keimung macht Sprossen so gesund

Sprossen sind unglaublich gesund. Selbst nach der Ernte sind sie lebendig und liefern dem Körper viele frische Vitalstoffe. Ein Salat aus verschiedenen Sprossen enthält viel mehr Protein, Vitamin C und B Vitamine, als der gern verzehrte Kopfsalat.  

Durch den Keimprozess können wir die Samenkörner mit ihren wertvollen Inhaltsstoffen auch roh genießen. Während der Keimung werden die Samenkörner weich und äußerst gut bekömmlich. Es verändert sich ihre Struktur. 

Das Wasser aktiviert Enzyme und stößt den Stoffwechsel und das Wachstum der schlafenden Samen an. Beim Keimen werden Vitamine, sekundäre Pflanzenstoffe, Mineralstoffe und andere Vitalstoffe produziert. Dadurch beginnen die Samenkörner zu wachsen. Der Nährstoffgehalt steigt im Vergleich zu den einfachen Samenkörnern bis ums 43-fache an.

Die Phytinsäure, die in Hülsenfrüchten und Getreide enthalten ist, wird beim Keimen der Samen abgebaut. Mineralstoffe können so besser aufgenommen werden. 
 


Ein Salat aus verschiedenen Sprossen enthält mehr Protein, Vitamin C und B Vitamine, als der gern verzehrte Kopfsalat.


 

Diese Auswirkungen haben Sprossen auf die Gesundheit

Beim Keimen von Samen erhöht sich der Enzymanteil deutlich. Komplexe Kohlenhydrate werden zu Einfachzuckern abgebaut. Beim Verzehren von Sprossen aktivieren diese bioverfügbaren Enzyme unseren Organismus. Das hilft dabei, die Nährstoffe, die wir mit unserer Nahrung aufnehmen, leichter zu verdauen. 

Auf die Kalorie gerechnet haben Sprossen die höchste Konzentration an Nährstoffen. Sie enthalten eine große Menge an Antioxidantien. Diese wenden Zellschäden ab und schützen uns vor zu frühem Altern. 

Sekundäre Pflanzenstoffe sorgen für die Farbe und den Geschmack bei Sprossen. Daneben spricht man ihnen jede Menge gesundheitsfördernde Effekte zu. Sie wirken vermutlich positiv auf das Immunsystem, regulieren unseren Cholesterin- und Blutzuckerspiegel und haben eine entzündungshemmende Wirkung. 

 

Was ist der Unterschied zwischen Sprossen, Keimlingen und Microgreens?

Umgangssprachlich werden Keimlinge, Sprossen und Microgreens oft synonym verwendet. Tatsächlich aber bestehen kleine Unterschiede, die vor allem in den unterschiedlichen Wachstumsphasen der Pflanze liegen. 

Der Keimling ist eine junge Pflanze. Sie entsteht aus dem Samen. Aus dem Samen entwickeln sich nach kurzer Ziehdauer Ansätze von Wurzeln sowie kleinen Blättern. Der Keimling ist die gesamte junge Pflanze von der Wurzel bis zu den Blättern. Ein Teil von ihm ist der Spross. 

Unter dem Spross versteht man streng genommen den oberirdisch wachsenden Teil der Pflanze. In der Kulinarik ist eine Sprosse also ein Keimling ohne Wurzeln, da manche Keimlinge für uns ungenießbare Wurzeln entwickeln. Die Keimlinge werden ohne Substrat gezogen und wachsen auf einem feuchten Küchenpapier oder in einem mit Wasser befeuchteten Behälter.

Microgreens sind auch als Grünkräuter bekannt und gelten als „Superfood“. Anders als Sprossen werden sie in Anzuchterde ausgesät. Sie bilden Blattgrün bzw. Chlorophyll. Die Minipflanzen haben überwiegend zwei bis drei Blätter bis zur Ernte. Diese dauert in der Regel über eine oder sogar mehrere Wochen.

 

Welches Saatgut ist geeignet?

Das Saatgut sollte immer unbehandelt sein. Sprossen werden vor allem aus Getreide und Hülsenfrüchten gezüchtet. Darunter fallen beispielsweise Hafer, Hirse, Weizen und Gerste sowie Mungobohnen, Kichererbsen, Linsen und gelbe Sojabohnen.

Daneben sind diverse Gemüsearten und Kräuter zum Verzehr ideal. Kresse, Alfalfa, Brokkoli und Radieschen erfreuen sich besonderer Beliebtheit. Nachtschattengewächse wie Tomaten, Auberginen und Kartoffeln sind für die Zucht leider ungeeignet.

 

Sprossen & Co. ziehen – so einfach gelingt es

Die gesunden Pflänzchen können über das gesamte Jahr in den eigenen vier Wänden gezogen werden. Es gibt viele Möglichkeiten für die Anzucht.

Die wohl einfachste Variante ist es, Keimsprossen auf Küchenpapier zu ziehen. Dafür einfach ein feuchtes Küchenpapier in eine Auflaufform legen. Darauf wird die Saat verteilt. Damit die Samen nicht vertrocknen, müssen sie immer wieder mit Wasser besprüht werden. Nach wenigen Tagen können die jungen Pflänzchen geerntet und verzehrt werden. 

Wer es etwas professioneller möchte, kann die gesunden Pflänzchen mit Sprossengläsern ziehen. Diese haben ein Sieb als Deckel, damit das Wasser, mit dem die Saat zuvor eingeweicht wurde, ablaufen kann. Diese Gläser sind auch super leicht selbst zu machen. Mit einem Mulltuch das Glas abbinden oder ein paar Löcher in den Schraubdeckel eines Einweckglases bohren. 

Bei der Anzucht mit Sprossengläsern ist die richtige Hygiene, um Bakterien- und Schimmelbefall zu vermeiden, entscheidend. Die Gläser müssen mit samt den Sprossen mindestens zweimal am Tag mit Wasser durchspült werden. Danach die Gläser so stellen, dass das restliche Wasser abtropfen kann. 

Wem das zu aufwendig ist, kann auf moderne Keimgeräte zurückgreifen. In regelmäßigen Abständen werden die Pflänzchen automatisch mit Wasser versorgt und durchspült. Bei dieser Variante kann fast nichts schiefgehen. 

Ähnlich einfach und zeitsparend ist die Anzucht in Sprossenboxen. Die Boxen sind übereinander gestapelt. Beim Befeuchten sickert das Wasser von der obersten Schale in die unterste durch. Die letzte Box fängt das Wasser auf.

Microgreens sind ein wenig aufwendiger. Sie werden in der Regel in Anzuchterde gezogen. Dafür muss die eng gesäte Saat leicht angedrückt und mit Wasser befeuchtet werden. Im Gegensatz zu Lichtkeimern müssen Dunkelkeimer mit einer dünnen Schicht Erde bedeckt sein, um sprießen zu können. 

Etwas Frischhaltefolie über dem Gefäß sorgt für ein gleichmäßiges Klima. Allerdings sollte die Folie täglich gewechselt werden, damit sich kein Schimmel bildet. Nach gut einer Woche kann mit der Ernte begonnen werden. 

 


Sprossen enthalten eine große Menge an Antioxidantien. Diese wenden Zellschäden ab und schützen uns so vor zu frühem Altern.


 

Darauf sollten Sie bei der Zucht achten

  • Je älter das Saatgut, desto schwieriger wird es keimen, deshalb immer das Mindesthaltbarkeitsdatum im Blick behalten. 
  • Viele Samen müssen über Nacht eingeweicht werden.
  • Bei der Anzucht sollten die Samen eng aneinander liegen, aber nicht übereinander. 
  • Es ist ratsam auf die richtige Sieb- bzw. Maschengröße der Sprossengläser zu achten, damit die Samen beim regelmäßigen Durchspülen nicht durchfallen können. 
  • Die Keimlinge mögen es hell, aber keine direkte Sonneneinstrahlung. Sie mögen ein feuchtes, aber kein nasses Klima.
  • Für die Anzucht ist eine Raumtemperatur von rund 21°C ideal geeignet.
     

Durch das Blanchieren gehen Sie auf Nummer sicher

Generell sollten rohe Sprossen nur von Erwachsenen mit intaktem Immunsystem verzehrt werden, um ein Infektionsrisiko auszuschließen. 

Keimsprossen von Hülsenfrüchten sollten unbedingt blanchiert werden. Dabei baut sich Hämagglutinin komplett ab. Dieses Protein sitzt in der Membranhülle und verklumpt die roten Blutkörperchen. Beim dreiminütigen Blanchieren werden Enzyme, die eiweißspaltende Verdauungsenzyme inaktivieren, unschädlich gemacht. 

Linsen, Mungobohnen und Alfalfa bilden eine Ausnahme. Sie können auch roh verzehrt werden. 

Wer sicher gehen möchte, blanchiert seine Pflänzchen immer mindestens 30 Sekunden vor dem Essen. Dabei kommt es zwar zu einem geringen Nährstoffverlust, der allerdings hinnehmbar ist, da der Nutzen überwiegt.